In der Einleitung hatte ich schon kurz das Thema JPG-Kompression
angeschnitten.
Ganz kurz ausgedrückt:
Wenn Ihr die Bilder nicht nur für Euch ins Internet stellt, müsst Ihr auch
im Interesse Eurer Besucher die Bilder sinnvoll verkleiner (s. Einleitung)
und komprimieren. Zu letzterem möchte ich hier etwas ausführen. Mit
Bilddateien, die bei ca. 1000 Pixel Breite viel größer als ca. 250 KB sind,
verärgert Ihr nur Eure Besucher, doch die sollten Euch wichtig sein.
Im Folgenden drei Beispiele mit unterschiedlicher
JPG-Kompression/-Qualität.
30% JPG-Qualität, 90kB, deutliche Artefakte
z.B. im Bereich der Titel
60% JPG-Qualität, 167kB, erste Artefakte z.B. im Bereich des Titels
80% JPG-Qualität, 255kB, so gut wie keine sichtbaren Artefakte bei normaler
Betrachtung am Bildschirm
540kB, keine sichtbaren Artefakte durch die Kompression
Klarer Fall:
80% JPG-Kompression hat gewonnen. Mit weniger Kompression erreicht man keine
merkliche Qualitätsverbesserung, bei 60% werden aber schon häßliche
Artefakte sichtbar.
Ich versuche die Theorie mal stark vereinfacht
darzustellen. Wer es genauer wissen möchte, sei auf Nachschlagewerke wie
Wikipedia oder auch andere Ratgeberseiten verwiesen.
Das Foto setzt sich aus zig Bildpunkten zusammen. Bei 900 Pixeln Breite und
600 Pixeln Höhe sind es 540.000 Pixel. Bei vielen üblichen Bilddateiformaten
setzt sich jedes Pixels aus den aufaddierten Informationen für Rot, Grün und
Blau zusammen. Jede Farbe kann dabei Werte zwischen 0 und 255 annehmen.
Dieses entspricht 8 Bit bzw. einem Byte. Somit hat ein unkomprimiertes Bild
eine Dateigröße von 1.620.000 Byte bzw. rund 1.582 KB bzw. 1,54 MB. Daraus
ergeben sich zwei Probleme:
Speicherplatz
Wer Bilder im Internet zeigen möchte, muss diese auf einen Webserver laden.
Zwar gib es einige kostenlose Alternativen, doch haben die verschiedene
Nachteile z.B. bezüglich Kontrolle über die Verwendung der Datei. Bei
manchen erhält der Diensteanbieter automatisch auch ein Nutzungsrecht für
Eure Bilder, bei anderen wird das Bild nach einer gewissen Zeit wieder
gelöst, andere blenden Werbung ein, die nächsten haben eine schlechte
Übertragungsrate etc. Ich bevorzuge deshalb eigenen Webspace gegen
Bezahlung. Meine Internetseite kostet mich im Monat deutlich weniger als das
Sparmenü im Schnellrestaurante oder drei Liter Benzin, die Kosten können
also im Vergleich zu denen einer brauchbaren Fotoausrüstung vernachlässigt
werden.
Nur stellt mir der Webspace-Anbieter auch nicht unendlich Platz zur
Verfügung. Aktuell (Januar 2008) sind ungefähr 6.000 Bilder auf meiner
Internetseite zu finden, das würde ohne Kompression einer Datenmenge von
über neun Gigabyte entsprechen. Damit geht die Rechnung mit dem Sparmenü
meist nicht mehr auf, doch irgendwas muss ich ja mal essen. ;-)
Wartezeit während des Ladens der Seite
Nicht nur ich habe ein Problem mit unkomprimierten Bildern, auch auf den
Betrachter Eurer Bilder muss man Rücksicht nehmen. Eine aktuell immer noch
übliche Internetanbindung mit 2.000 kbit/s Downloadrate angenommen, ergibt
sich für eine Seite mit 20 Bildern einen Wartezeit von fast 3 Minuten
bis alle Bilder geladen sind. Viele Leute haben aber nicht Geduld, solange
zu warten. Zudem können manche Internetbrowser auch aus dem Tritt kommen.
Jetzt haben wir also zwei Probleme, doch die sind einfach zu lösen:
JPG-Kompression!
Stark vereinfacht werden dabei die Farbinformationen benachbarter Pixel
zusammengefasst. Anstatt
Himmelblau - Himmelblau -
Himmelblau - Himmelblau - Himmelblau - Himmelblau - Himmelblau
wird die Information
7x Himmelblau
gespeichert. Den Effekt kann man noch steigern, indem ähnliche Farben
zusammengefasst werden, aus
Himmelblau – Azurblau –
Meeresblau
wird
3x Himmelblau
Der Grad der Kompression hängt stark von Bildinhalt ab. Ein Flugzeug vor
einem einfarbig blauen Himmel ergibt eine sehr kleine Datei, bei einem
herbstlichen Waldstück im Hintergrund mit vielen verschiedenen Farben ist
die Datei zwangsläufig deutlich größer. Es spielen auch noch ein paar andere
Effekte wie z.B. das Bildrauschen eine Rolle, aber das sprengt hier den
Rahmen.
Somit haben meine 6.000 Bilder keine 9 Gigabyte mehr sondern nur noch eine
Größe von ca. 800 Megabyte.
Haken: Es gehen Bildinformationen verloren und es kann zu unschönen
Effekten, sogenannten Artefakten kommen. Man muss also einen Kompromiss
zwischen Dateigröße und minimalen Artefakten finden.
Die Stärke der Kompression kann je nach Grafikprogramm unterschiedlich
eingestellt werden, ich wähle eine JPG-Qualität von ca. 80/100, andere
Programme haben eine Skala von 1 - 12 etc. Schaut dazu mal in die Anleitung.