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Digitale SLR-Einsteigerausrüstung

Immer mehr Leute möchten sich eine digitale Spiegelreflexkamera (dSLR) mit verschiedenen Wechselobjektiven zum Fotografieren von Flugzeugen oder auch einfach nur zum Spotten zulegen. Auf Kompaktkameras mit fest montierten Objektiven möchte ich hier aber nicht eingehen, da der Markt sehr schnelllebig ist und ich da keinen Überblick habe. Sie können aber insbesondere bei kleinerem Budget eine Alternative sein.

Am Anfang erst einmal eine Aufstellung der benötigten Ausrüstung:

1) Kamera

2) Weitwinkelobjektiv

3) Teleobjektiv

4) Speicherkarten

5) Ersatzakku

6) Tasche / Rucksack

7) sonstiges

8) Was man nicht braucht

9) wichtige Literatur / Links

 

zu 1) Kamera:
Gleich mal zwei Binsenweisheiten:
dSLR = Dude, Some Learning required
Der Mensch am Auslöser macht das Bild, die Technik kann ihn nur unterstützen.

Will sagen: Allein eine teuere Kamera macht noch nicht automatisch sehenswerte Bilder, der wichtigste Faktor ist der Mensch am Auslöser. Ihr habt die Auswahl des Motives und die Bildgestaltung  in der Hand, da hilft keine noch so teuere Kamera. Manchmal muss man aber einfach auch etwas Glück haben.

Grundsätzlich kann man fast jeden namhaften Hersteller empfehlen. Allerdings ist das jedoch meist eine Entscheidung für längere Zeit, da das Zubehör selten zu anderen Herstellern kompatibel ist. Die Entscheidung will also wohlüberlegt sein und nicht immer führt die billigste Kamera auch zum preiswertesten System. Teilweise sind die billigsten Einstiegsmodelle zu sehr kastriert. Das galt früher z.B. für die Canon 300D und heute trifft das auf die Nikon D40 (egal, ob mit oder ohne x) sowie Nikon D60 zu. Es fehlen Funktionen wie Spiegelvorauslösung und insbesondere die D40 und D60 sind nur eingeschränkt kompatibel mit vielen, auch aktuellen Nikon-Objektiven, obwohl die mechanisch an die Kamera montiert werden können. Dies gilt auch für Objektive von Drittherstellern. Gerade bei einem Umstieg von der analogen Fotografie kann man dort in eine böse Falle tappen und man muss das gesparte Geld (und noch mehr) in neue Objektive investieren. Den auch auf dem Gebrauchtmarkt findet man nur wenige geeignete Objektive.

Diese Einschränkungen gelten für die neue Canon EOS 1000D nicht. Sie bietet zwar Spiegelvorauslösung und ist auch mit allen EF sowie EF-S-Objektiven uneingeschränkt kompatibel, ist jedoch im Raw-Modus (das von mir gegenüber JPG bevorzugte Dateiformat, da größere Reserven zur Ausbügelung meiner Bedienungsfehler am PC) mit nur 1,5 Bilder je Sekunde und einem Zwischenspeicher von dann nur sechs Aufnahmen sehr langsam. Da muss man schon bewuster fotografieren, was mir insbesondere bei Mitziehern schwer fällt.

Generell: Befingert die Kamera vor dem Kauf. Gerade die Einsteigermodelle sind mittlerweile sehr kompakt gebaut und liegen deshalb gerade mit einem langen Tele eher schlecht in der Hand. Für manche Modelle gibt es aber entweder vom Kamerahersteller oder auch von Drittherstellern Batteriegriffe, die das Handhabung verbessern helfen.

Bei Olympus und Panasonic mag ich das ausgefallene Sensorformat nicht und habe auch Bedenken, dass bei dem geringen Marktanteil die doch die Lust verlieren und den Support einstellen. Das hat Olympus schon mal mit ihrem analogen SLR-System vorgemacht. Die Sensoren sind kleiner und haben nicht das in der Kleinbildfotografie übliche 3:2-Format, das Bild ist mit einem Breiten:Höhenverhältnis von 4:3 schmaler. Die in der Werbung versprochenen Vorteile wie leichtere oder preiswertere Objektive können bisher kaum eingehalten werden. Auch gibt es in der Presse Berichte, dass die kleinere Sensorgröße mit aggressiveren Rauschminderungsverfahren erkauft wird. Das wiederum würde dann zu Verlusten bei der Abbildung feiner Details führen.
Im Spätsommer 2008 wurde das Micro Four Thirds System vorgestellt. Als erste Kamera bietet Panasonic die G-1 mit neuen Objektiven an. Die Sensorgröße bleibt gleich, es entfällt jedoch der bisher übliche Spiegel zugunsten eine elektronischen Minimonitors als Sucher. Doch trotz Adapter sind viele 4/3-Objektive nur eingeschränkt einstzbar. Falls überhaupt, fokusiert die kamera signifikant langsamer als mit dem Kit-Objektiv. "Alte" Zwischenringe und Telelekonverter sind ebenfalls oft nicht einsetzbar udn der Sucherersatzmonitor rauscht bei wenig Licht sehr stark. Jedoch scheint sich jetzt endlich zu bewahrheiten, was ich oben noch kritisiere: Das 4/3-System wird endlich wie versprochen kompakter. Mal schauen, wie sich dieses System weiter entwickelt. Bisher ist das Zubehör noch dünn gesät und er Aufstieg zu den "professionelleren" 4/3-Modellen verbaut.

Pentax / Samsung sind kleinere Hersteller, die durchaus interessante Produkte anbieten, aber bisher nach oben nur wenig "Upgrade"-Möglichkeiten anbieten. Doch selbst für engagierte Amateure ist das vorhandene Angebot ausreichend.

Sony (ex Konika Minolta) ist nicht zu unterschätzen, da wird demnächst sicherlich noch was noch was interessantes kommen. Die haben gerade neue Kameras vorgestellt, die Richtung "Profi" tendiert, so dass sich da für die Zukunft ein Upgrade-Weg aufzeigt. Und auch am unteren Ende der Preisspanne findet man interessante Modelle.

Sigma wird immer wieder kontrovers diskutiert, da die eine gänzlich andere Sensortechnik einsetzen. Auch gibt es für die nur sehr wenig Zubehör von Drittherstellern. Hier sollte man sehr gut überlegen, ob man in ein System investiert, welches eine extrem kleine Nische auszufüllen versucht.

 

zu 2) Weitwinkel bis leichtes Tele:
Da reicht für den Anfang das "Kit"-Objektiv, welches für einen geringen Mehrpreis mit der Kamera gekauft werden kann. Als Zubehör empfehle ich bei jedem Objektiv noch die zugehörige, jedoch oft separat zu kaufende Streulicht- / Gegenlichtblende. Neben optischen Vorteilen schützt die bei korrektem Einsatz auch in gewissen Grenzen die Frontlinse bei der Arbeit vor Ort.

Eine kleine Warnung möchte ich aber aussprechen:
Objektive der Firma Sigma sind schon mehrfach dadurch aufgefallen, dass sie nur unzureichend mit den Kameras der großen Hersteller zusammenarbeiten. Probleme gab es bisher z.B. bei Canon, Konika-Minolta (heute Sony) und mehrfach bei Nikon. Gerade beim Gebrauchtkauf ist deshalb Vorsicht geboten, den nicht immer gibt es (noch) eine Umbaumöglichkeit. Unabhängig, ob Weitwinkel oder Tele sollte man die bisherigen Erfahrungen aber auch beim Neukauf im Hinterkopf haben. Schließlich kann man an einem guten Objektiv sehr lange Freude haben. Da ist es mindestens ärgerlich, wenn man sich beim Kauf eines neuen Kamera-Bodies auch noch neue Linsen suchen muss, nur weil die liebgewonnenen Objektive nicht mehr funktionieren.

 

zu 3) Tele:
Leider haben viele preiswerte Teleobjektive (Brennweite ca. 70-300mm, um 200-300€) optische und mechanische Mängel, die einem den Spaß langfristig vermiesen können. Von Nikon und Canon gibt es jedoch gute aus der Mittelklasse um 600€. Bei den anderen Marken kenne ich mich zu wenig für eine Empfehlung aus. Canon hat zudem im Herbst 2007 ein neues EF-S 55-250 IS vorgestellt (knapp 300€) extra für die preiswerteren dSLR vorgestellt. Zur Qualität kann ich aber nichts sagen, Testberichte z.B. auf Photozone.de sind jedoch insbesondere für diese Preisklasse vielversprechend.

 

zu 4) Speicherkarten:
Zwei Speicherkarten mit je 2GB Kapazität aus der mittleren Preisklasse reichen zunächst aus. Schnellere Karten wie SanDisk Extreme IV und besser bieten jedoch bei Serienaufnahmen zunehmend Vorteile. Sollte man viel im Raw-Format fotografieren, können die Speicherkarten gerade an Flughäfen mit sehr viel Verkehr (z.B. Amsterdam, London, München oder Frankfurt) auch etwas größer ausfallen. Man sollte sich jedoch nie auf eine einzige Speicherkarte verlassen. Auf Reisen bieten sich Laptops oder auch spezielle mobile Festplatten ("Image Tank") an.

 

zu 5) Akku:
Die Kameras haben alle Spezialakkus. Nachbauten von Drittherstellern kann man jedoch für relativ kleines Geld bekommen. Mindestens ein zweites sollte man dabei haben

 

zu 6) Tasche/Rucksack:
Irgendwie muss man ja das Zeugs durch die Gegend schleppen. Die Auswahl ist groß, ich habe z.B. eine kleine Noname-Tasche (reicht für Kamera mit einem Objektiv und den Blitz oder ein weiteres Objektiv) und einen Foto-Rucksack von Lowepro, in den noch etwas mehr reinpasst, so auch etwas zu Essen oder Trinken. Gerade bei den Taschen empfehle ich den Besuch beim Fachhändler Eures Vertrauens.

 

zu 7) Sonstiges:
Dringend sollte man sich auch eine kleinen Blasebalg für die schnelle Sensorreinigung kaufen (Kann auch eine kleine Klistierspritze aus der Apotheke, es gibt jedoch auch Produkte im Fotofachhandel) und dazu noch Reinigungstücher für die Objektive.

Später kommen dann vielleicht noch Fernauslöser, Stativ (da bitte nicht zu sehr sparen) für Nachtaufnahmen oder ein besserer Blitz dazu (der eingebaute reicht für's Wohnzimmer, aber nicht viel weiter).

Viele Fotostandorte befinden sich direkt am Flughafenzaun. Ein Klapptritt mit drei bis fünf Stufen ist deshalb auch eine gute Investition.

 

zu 8) Was man nicht braucht:
Gerne werden immer wieder irgendwelche Filter vor das Objektiv geschraubt. Abgesehen, dass die allein schon durch eine weitere Glasscheibe die Bildqualität verschlechtern und deren Fassung ggf. auch zu stärkeren Randabdunklungen (Vignettierung) führen kann, profitiert vor allem zwei von dem Kauf: Händler und Hersteller freuen sich über Eurer Geld.

Geschmackssache sind sicherlich Effektfilter wie z.B. einen Sternchenfilter für Nachtaufnahmen. Ich mag die nicht! Einen ähnlichen, jedoch dezenteren Effekt erreicht man durch Abblenden.

Wenn man viel eher vergleichsweise statische Motive fotografiert, kann u.U. ein Polfilter hilfreich sein. Am Flughafenzaun kostet er aber nur wertvolles Licht und kann nur schwer korrekt benutzt werden.

 

zu 9) Literatur und Links:
Gerade für Neueinsteiger sind oftmals kameraneutrale Fotobücher sinnvoll. In ihnen findet man viele Tipps zur allgemeinen Bedienung von Fotoapparaten, zur Bildgestaltung oder auch zur grundlegenden Ablauf der Bildbearbeitung. Ein Bakannte hatte neulich ünrigens festgestellt, dass diese Bücher oft irgendwo in der Nähe der Esotherik-Ecke zu finden sind. ;-) Ein sogenanntes Profihandbuch genau für Eure Kamera würde ich nicht empfehlen. Dafür gibt es die Bedienungsanleitung mit annähernd den gleichen Infos.

www.fotolehrgang.de , falls nur geringe Grundlagen

www.digitalkamera.de mit einer Menge guter Fototipps

www.dpreview.com - US-Seite mit vielen sehr guten und ausführlichen Kamera-Testberichten

Wenn man jetzt mal ein paar Preise zusammenaddiert, landet man schnell deutlich über 1.000€. Nur darf man nicht zu sehr sparen, sonst vergeht einem schnell die Freude.

Stand: Januar 2009
Letztes Update: Micro Four Thirds