Militärjet und andere Kleinflugzeuge
Im folgenden möchte ich Euch die kleineren Militärflugzeuge sowohl des statischen wie auch des fliegenden Display kurz vorstellen.
Fangen wir einfach: Trainingsflugzeuge
Die Firma Pilatus in der Schweiz stellt seit Jahren Turbotrainer her, die
Rahmen der Ausbildung zum Kampfpiloten genutzt werden. Die PC-7 mit der Kennung
L-07 der niederländischen Luftwaffe war im fliegenden Display zu sehen.
Angetrieben von einem Pratt & Whitney Canada PT6A25, welches auf 550 Wellen-PS
gedrosselt ist, hat die Maschinen ein maximales Abfluggewicht von 2.700kg.




Schaut Euch mal den Rauchgenerator an:

Der große Bruder: Pilatus PC-9B D-FKMT der EIS Aircraft GmbH, Pratt &
Withney Canada PT6A-62, Leistung gedrosselt 699 kW (950 PS), maximales
Startgewicht 3.200kg:

SIAI Marchetti SF-260, D-EDUR von Ralf Niebergall, Lycoming
Sechszylinder-Boxermotor O-540 E4A5 mit 192kW/260PS. Ursprünglich 1967 an die
belgische Luftwaffe ausgeliefert, um 1980 mit Waffenträgern versehen und für
den Export in den Iran vorbereitet, wurde das Flugzeug jedoch wegen des Sturzes
des Schahs nicht ausgeliefert und entmilitarisiert:


Eigentlich wollte ich die Saab 105 fast schon beiden Traditionsflugzeugen
einordnen, doch bei der Recherche musste ich feststellen, dass die doch noch
nicht so alt ist. Die neutrale Republik Österreich benötigte für die geplante
Anschaffung von Überschalljet zur Luftraumüberachung Trainigsflugzeuge. Die
Wahl fiel auf die Saab 105. Insgesamt wurden 40 Stück angeschafft. Die Saab
105Ö basiert auf der XT-Version, welche gegenüber der "normalen" Ausführung mit
etwa 75% stärkeren Triebwerken und größeren Tankvolumen ausgestattet wurde.
1968 entschied sich Österreich für die Saab mit einem maximalen Abfluggewicht
von 6.500kg und einer Höchstgeschwindigkeit von 970km/h. Die Lieferung erfolgte
von 1970 bis 1972. Die Kampfjets brauchten dann etwas länger: Erst 1985 wurde
die Saab Draken angeschafft. Auf der ILA zu sehen war die GF-16 in "Tiger"-Bemalung.

Mit vergleichbaren Flugleistungen wartet Aermacchi MB.339CD auf. Hierbei
handelt es sich um die aktuellste Version des italienischen Jettrainers
(Exportversion FD), welches mit einem Glascockpit ausgestattet ist. Der
Prototyp hatte 1975 seien Erstflug. Zu sehen war u.a. die 61-140 der italienischen
Luftwaffe.

Die Quoten-King Air: Beech C-12 Huron basierend auf der zivilen Beech
Model 200 Super King Air, von der über dreihundert bei den Streitkräften der
USA im Einsatz sind:

Der Hersteller zeigte nix, dafür aber das Französische Heer: EADS Socata
TBM700

Sie war auch in der Luft zu sehen:

So langsam werden die Maschinen kriegerischer:
Alenia, Aermacchi und Embraer bauen gemeinsam die AM-X, ein leichtes
Unterschallkampfflugzeug. Zu Gast auf der ILA war die 51-28 und die 51-36. Hier
ein paar Daten:
Erstflug: 1984 - Beginn der Serienproduktion: 1988
Weitere Varianten: AMX-T - zweisitziges Schulungsvariante
Maximales Startgewicht: 13.000kg
Höchstgeschwindigkeit Mach 0,84-0,86 abhängig von der Flughöhe
Triebwerk: 1x Rolls-Royce RB.168 Spey Mk 807 mit 49,7kN Schub
Unter dem Bürzel des Bus sieht man die gerade landende AM-X



Wie bringt man einer Kanone das Fliegen bei?
Einsitziges Erdkampfunterstützungsflugzeug Grumman / Fairchild A-10 Thunderbolt II der U.S. Airforce,
stationiert in Spangdahlem, dessen Hauptwaffe die General Electric 30mm Gatling
Kanone GAU-8/A Avenger ist. Sie hat sieben Läufe, ist über 6,7m lang und wiegt
mehr als 1,8t und ermöglicht eine Schussfolge von max. 4.200 Schuss/min. Der
Rückstoß beim Abfeuern der uranhaltigen (und damit mehr als umstrittenen, da
hochgiftigen) Munition soll stärker als der Schub der zwei General Electric
TF-34-100 Triebwerke mit je 40,1 kN sein. Der Erstflug fand 1972 statt.

Mock Up (also nur ein "leeres" Modell) des Euro Hawk - Basierend auf der
unbemannten Aufklärungsdrohe RQ-4B Global Hawk haben deren Hersteller
Northrop Grumman und die EADS den Euro Hawk entwickelt. Der größte Unterschied
zur Version der U.S. Air Force ist die Sensorbestückung, die hier aus
europäischer Fertigung kommen soll. Die maximale Flugdauer beträgt 38h. Im
Oktober wurden erstmals in Deutschland Probeflüge mit der Global Hawk und den
EADS-Sensoren durchgeführt. Der Höhenaufklärer könnte die
Breguet 1150 Atlantic in der
SIGINT-Version ab 2008 ersetzen.

Strahltriebwerke treiben das Luftfahrzeug normalerweise ein, indem Materie
(hier Luft) nach hintern ausgestoßen wird. Ende der 80er Jahre haben die Firmen
MBB (heute EADS) - Deutschland - und Rockwell (Boeing) - USA - mit
Unterstützung der jeweiligen Verteidigungsministerien ein Versuchflugzeug
entwickelt, welches mit Schubvektordüsen ausgestattet. Ergebnis war die X-31.
In den Abgasstrahl ragen drei "Schubvektorklappen", welche diesen nach oben,
unten, recht oder links umlenken können. Hierdurch sind Flüge mit extremen
Anstellwinkeln (>70°) möglich die Wendigkeit ist dank der Steuerbarkeit auch
nach eine Strömungsabriss ebenfalls wesenltich besser. Der Erstflug des ersten
Prototypen erfolgt am 11.10.1990, nur wenig später hob die zweite und letzte
Maschine der Testreihe vom Boden ab. Im Oktober 2003 wurde das Programm
beendet.


