Hubschrauber

Natürlich gab es nicht nur Flächenflugzeuge auf der ILA 2004 zu sehen, auch die Hubschrauberfraktion hatte was zu gucken, auch wenn ich schon mal mehr gesehen habe. Insbesondere das Flying Display der Eurocopter war mehr als enttäuschend.

Beginnen möchte ich mit einem Klassiker: Die Bell UH-1D

Basierend auf der Bell 205 beschaffte das Pentagon Hubschrauber des Typs Bell UH-1H und setzte sie seit  dem Vietnam-Kierg lange Zeit ein. Für die Bundeswehr wurden ab 1968 über 300 Maschinen des Typs UH-1D in Lizenz unter Federführung von Dornier in Deutschland hergestellt. Ein Großteil der Maschinen ist noch heute im Einsatz, doch die Tage der "Teppichklopfer" sind mittlerweile gezählt. Der "Huey" wird wird derzeit noch an zwei Orten als Rettungshubschrauber von der Bundeswehr für zivile Hilfeleistung eingesetzt. Er genügt jedoch ebenso wie die Bo-105 nicht mehr den aktuellen Vorschriften und ab 2010 müssen andere Maschinen die HEMS-(Helicopter Emergency Medical Service) Aufgaben übernehmen.

Während der ILA standen zwei Rettungshubschrauber in ständiger Bereitschaft und einer führte jeweils zu Beginn der täglichen Flugvorführungen die Parade der Rettungskräfte an. Einer war die Belll UH-1D 71+06 des LTG62 aus Wunstorf

Doch auch ein zivile Ausführung war vor Ort: Die Bell 205A D-HAFO der Agrarflug Helilift GmbH

Als zweiter Rettungshubschrauber stand die Bell 212 D-HBZS des Bundesministerium des Innern (BMI)  - betrieben vom Bundesgrenzschutz - in Bereitschaft. Die Ähnlichkeit mit der UH-1 ist nicht zufällig. Bei der 212 handelt es sich um eine Weiterentwicklung mit zwei Turbinen. Das BMI betreibt zwei Maschinen in der orangen Zivilschutzlackierung.

Mil Mi-8MTV-1 "Hip" der lettischen Luftwaffe mit SAR-Markierungen:

Löste bei den Streitkräften der USA die UH-1 ab: Sikorsky UH-60 "Blackhawk":

Sieht aus wie ein normaler Eurocopter EC-135, hat es jedoch in sich: Der EC-135FHS D-HFHS ist ein Forschungsprototyp, bei dem erstmals nicht konventionell oder mittels Datenleitung (Fly-by-wire) die Steuerbefehle übermittelt werden, hier wurde erstmals die Datenübertragung mittels Lichtwellenleiter realisiert, so dass das Leergewicht weiter gesenkt werden konnte. Betrieben wird der FHS (Fliegender Hubschraubersimulator) von der DLR und kann auch das Flugverhalten anderer Modelle simulieren.

Der Sikorsky S-65 / CH-53G wird seit 1969 als mittlerer Transporthubschrauber bei den Heeresfliegern eingesetzt. Er erhielt dabei den Vorzug vor dem mit zwei Hauptrotoren ausgestatteten Boeing B-47. Basierend auf dem S64 "Skycrane" (Cockpit/Antrieb) und dem S-61R (Zelle) wurden die ersten Maschinen ab 1964 in den USA in Serie gefertigt. Wie bei solchen Aufträgen üblichen, wurden die 110 Maschinen der Bundeswehr in Linzens unter Federführung von VFW-Fokker in Deutschland gefertigt. Beeindruckend ist die zulässige Außenlast von gut 7,2 Tonnen, auch wenn die Flugzeit dann nur 25 min beträgt. Die fortlaufende Lebensdauer verlängernde Maßnahmen werden einige Maschinen noch voraussichtlich bis 2030 bei der Bundeswehr in Betrieb sein.

CH-53 der Bundeswehr waren sowohl im statischen als auch an den Publikumstagen im fliegenden Display zu sehen.

85+07:

84+13 im schnellen Vorbeiflug:

84+21 mit Außenlast LKW 0,5t gl "Wolf"

84+13 beim simulierten Löscheinsatz:

Bundesgrenzschutz D-HAXJ, ein Aerospatiale (jetzt Eurocopter) SA 330J Puma, der wohl als Besuchershuttle eingesetzt wurde und "demnächst " durch den neuen Eurocopter NH90 abgelöst werden soll, da die Maschinen schon zwischen 1973 und 1979 geliefert wurden:

Der Eurocopter AS 532 Cougar 82+03 ist einer von drei Maschinen dieses Typs, die die Flugbereitschaft des BMVg 1997 angeschafft hat. Die Mschine ist eine Weitererntwicklung des Puma.

D-HANK, ein Schweizer S300C der S.P. Luftbild GmbH:

D-HALW  - Robinson R44 der Air Lloyd Deutsche Helicopter GmbH

Pressehubschrauber D-HEAT Eurocopter AS350BA des HTA (Heli Team Aachen):

D-HEOY - Eurocopter EC135T1 des  IFA - Internationale-Flug-Ambulanz e.V.:

D-HUAE (links) Eurocopter EC120B und D-HMBM Eurocopter EC145 (9003) beide zugelassen auf die deutsche Niederlassung des Herstellers

Das war auch schon das gesamte zivile fliegende Display. Nach dieser Enttäuschung geht es jetzt mit einigen Kriegsmaschinen weiter.

Mock Up des Eurocopter NH90, rechts ein Prototyp des Tiger:

Der NH90 ist eine Gemeinschaftsentwicklung für die Streitkräfte von Frankreich, Italien, den Niederlanden und Deutschland. Auf der ILA 2004 war die erste Serienmaschinen der Bundeswehr mit der Kennung 98+91 in der Luft zu sehen:

Eurocopter zeigt den Prototypen PT2 des MH90 mit der Kennung F-ZWRI. Das Fly-by-Wire-System wurde in diesem Versuchsträger erstmals 1998 erfolgreich getestet.

Als weiteres Waffensystem zeigte die Bundeswehr ihren Panzerabwehrhubschrauber der zweiten Generation - den Eurocopter Tiger in der UHT-Version. Gemeinsam mit Frankreich wurde dieses Kriegesgerät spezifiziert, wobei es wie bei allen Rüstungsprogrammen der jüngeren Vergangenheit zu erheblichen Verzögerungen im Programm gekommen ist. Neben Frankreich und Deutschland hat bisher noch Australien Aufträge erteilt, wobei sich der Tiger hier z.B. gegen den Boeing Apache durchgesetzt hat.
Hier Bilder der 98+12:

Mock Up des EC635, der militärischen Version des EC135:

D-HBBY und D-HBBZ - zwei Polizeihubschrauber des Landes Brandenburg vom Typ EC135, die in Schönefeld stationiert sind:

Das Land Berlin hat keine Hubschrauber mehr im Dienst, seit kurzem kann die Bundeshauptstadt jedoch auf einen EC135 des BGS zurückgreifen, der anlässlich eines Tages der offenen Tür bei der Polizei außerhalb der ILA der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die D-HVBV trägt deshalb auch sowohl das Wappen des BGS als auch der Berliner Polizei an der Seite. Für den Einsatz im Stadtgebiet wurde die hoher Version mit langen Auslegern für die Kufen gewählt.

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